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Obst, Gemüse und Blumen, all dies gäbe es ohne Bienen nicht. Dennoch werden Lebensräume und Nahrungsangebot immer knapper, daher wird es immer wichtiger, dass auch die privaten Haushalte bienenfreundliche Blumen in ihren Blumenkästen, Kübeln und Gärten pflanzen. So kann jeder dazu beitragen, dass dieser wichtige Teil unseres Ökosystems erhalten bleibt.




Das Wichtigste in Kürze

  • Gefüllte Blüten sind oft so gezüchtet, dass sie zwar wunderschön blühen, aber weder Pollen und Nektar produzieren. Diese Blumen locken Bienen an, können sie aber nicht sättigen.
  • Bienenfreundliche Gärten, welche ganzjährig Nahrungsangebote und Nistplätze für Bienen bieten, werden immer wichtiger, da Bienen vor allem im Winter große Probleme haben ausreichend Nahrung zu finden.
  • Egal ob sonnig, schattig oder windig, für jeden Ort gibt es Blumen, welche dabei helfen diesen wichtigen Insekten genug Nahrung und Lebensraum zu geben.

Bienenfreundliche Blumen: Was du wissen solltest

Wir haben die wichtigsten Fragen herausgearbeitet, um mit Unklarheiten bezüglich bienenfreundlichen Blumen aufzuräumen, und dir zu helfen, die optimalen Blumen für deine Bedürfnisse zu finden.

Was zeichnet bienenfreundliche Blumen aus?

Bienenfreundliche Blumen sind Blumen, welche viele Blüten und Pollen produzieren. Sie zeichnen sich auch dadurch aus, dass Bienen leicht an diese reichhaltigen Stellen herankommen. Dies sind vor allem Blumen mit ungefüllten Blüten. Im Gegensatz dazu sind Blumen mit gefüllten Blüten nicht bienenfreundlich.

Bienenfreundliche Blumen haben viele Blüten und Pollen. (Bildquelle: unsplash / David Clode)

Diese Blumen sind zwar so gezüchtet, dass sie schön blühen und riechen, aber kaum Blüten und Pollen produzieren, darüber hinaus versperren sie den Bienen aufgrund ihrer dichten Blütenblätter den Weg dorthin. Achte daher stets darauf, dass du in Baumärkten und Gärtnereien, nur blühende Pflanzen auswählst, auf denen Bienen zu sehen sind.

Während Hummeln und Honigbienen quasi alles anfliegen was blüht, sind Wildbienen auf bestimmte Blumen spezialisiert. Daher lohnt es sich eine Vielfalt heimischer Blumen zu pflanzen. Sowieso gilt immer Artenvielfalt vor Monokultur.

Warum braucht es bienenfreundliche Blumen?

Bienen sind unser drittwichtigstes Nutztier, durch die Bestäubungsleistung der Bienen ist unser aktuelles Leben überhaupt erst möglich. Von den 100 Pflanzenarten, welche über 90 % unserer Nahrung sicherstellen, werden 71 von Bienen bestäubt.

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.“ (Zitat Albert Einstein, 1949).

Weltweit liegt die Bruttowertschöpfung der Biene bei 265 Milliarden Euro. Bestäubung durch Bienen erhöht nicht ausschließlich den Ertrag einer Ernte, sie hat auch maßgeblichen Einfluss auf die Qualität der Früchte. So haben Erdbeeren, welche von Bienen bestäubt werden, weniger Missbildungen und sind deutlich schwerer.

Zwar gibt es neben der Biene auch andere Bestäuber (Hummeln, Schmetterlinge, Fliegen, …), diese Tiere sorgen allerdings nur für 20 % der bestäubten Nutz- und Wildpflanzen.

Dennoch sind Bienen vom Aussterben bedroht, in den vergangen 10 bis15 Jahren ist der Bienenbestand in Europa um mehr als 50 % zurückgegangen, in den USA verschwanden seit 2007 sogar 90 % aller Bienenvölker.

Der einfachste Weg den Bienen und Pflanzen auf unserem Planeten zu helfen, ist Blumen, Gräser, Kräuter usw. anzubauen, denn Bienen benötigen den Nektar der Pflanze als Nahrung zum Überleben, und Pflanzen benötigen Bienen oder anderer Bestäuber um ihre Pollen zu verbreiten und sich so zu vermehren.

Welche Blumen sind bienenfreundlich?

Grundsätzlich sind fast alle Blumen bienenfreundlich, um aber den Bienen die Nahrung auf dem Silbertablett zu servieren, eignen sich folgende Blumen:

Blume Eigenschaft
Dahlien Große Vielfalt an Formen und Farben, allerdings ist zu beachten, dass viele Dahlien hochgezüchtet sind, und so keine Hilfe für Bienen darstellen. Die etwas schlichteren, ungefüllten Dahlien sind daher vorzuziehen.
Verbene Auch als Eisenkraut bekannt, begeistert die Verbene mit Farbvielfalt, Blühfreudigkeit und einer hohen Wetterfestigkeit. Die als unkompliziert geltende Zierblume ist der Balkon-Klassiker.
Lavendel Neben dem betörenden Geruch und den schönen violetten Blüten ist Lavendel auch als Heilpflanze bekannt. Sie ist ein Bienenfreund und bietet von Juni bis August viel Nahrung.
Kapuzinerkresse Die Kapuzinerkresse ist der Tausendsassa im Garten. Sie ist pflegeleicht, reichblühend und wunderschön. Man kann sie als Sichtschutz nutzen und gleichzeitig bietet sie mit ihrem pfeffrig-scharfen Aroma einen wunderbaren Gewürzzusatz für die Küche.
Sonnenblume Die riesige Sonnenblume begeistert nicht nur uns Menschen, da sie vergleichsweise spät blüht, bietet sie eine wichtige Anlaufstelle für Bienen, kurz bevor sie in ihrem Stock vor den niedrigen Temperaturen Zuflucht suchen. Die Kerne der Herbstblume sind aus manchen Gerichten nicht mehr wegzudenken.
Kornblumen Die Kornblume ist bekannt für ihr, nach ihr benanntes, wunderschönes Kornblumenblau. Insbesondere die etwas wählerischen Wildbienen werden von der Kornblume und ihrem hohen Gehalt an Nektar angezogen.
Schneeheide Die Schneeheide fängt bereits im Dezember an zu blühen, und ist so eine sehr wichtige Nahrungsquelle im Frühling. Durch ihre pflegeleichte und robuste Art ist sie außerdem sehr gärtnerfreundlich.
Wandelröschen Die Blüten dieser tollen Pflanze verändern zwischen Auf- und Verblühen die Farbe. So kann sie mal Rot, Orange oder Gelb sein. Darüber hinaus blüht das Wandelröschen von Mai bis in den Oktober.

Wo sollte ich bienenfreundliche Blumen pflanzen?

Darauf gibt es nicht die eine richtige Antwort, da dies immer von den Blumen abhängt, welche du pflanzen möchtest. Egal ob, sonnig, windig oder schattig, es gibt für jeden Ort wunderschöne Blumen.

Ob Blumenkasten, Kübel, Garten oder Beet, Bienen freuen sich über jede Blume, welche genügend Nahrung produzieren. Informiere dich einfach, welche Blumen an deinem Ort gut wachsen können. Die Bienen werden diese Blumen finden.

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Bienen brauchen die Pollen und Blüten von Pflanzen zum Überleben- Pflanzen brauchen Bienen und andere Bestäuber, um sich zu vermehren. (Bildquelle: Unsplash / Yasmine Arfaoui)

Dabei hat jeder Ort verschiedene Eigenschaften, die du beachten solltest. Von der Bewässerung, über das einfallende Sonnenlicht bis zu unterschiedlichen Düngern. Jeder Ort und jede Blume hat ihre Eigenschaften, über die du Bescheid wissen solltest.

Auch die Aussaaterde spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Pflanzen, jede Blume hat da ihre eigenen Vorlieben. Der einfachste Weg ist hier, einfach in dem Geschäft wo du deine Pflanzen kaufen möchtest nachzufragen, was du gesondert beachten sollst.

Zu welcher Jahreszeit sollte ich bienenfreundliche Blumen pflanzen?

Es sollten früh, mittel, und auch spät blühende Blumen angepflanzt werden, damit Bienen das ganze Jahr über ausreichend Nahrung finden. Aber gerade außerhalb des Sommers haben Bienen große Schwierigkeiten genug Nahrung zu finden. Achte also darauf, das du eine große Vielfalt von Blühzeiten mit deinem Pflanzen abdeckst.

Um dafür zu sorgen, dass Bienen jederzeit Nahrung finden können, ist es empfehlenswert darauf zu achten, dass deine Blumen zu unterschiedlichen Tageszeiten blühen.

Um Bienen zu helfen, gut durch den Winter zu kommen ist es empfehlenswert, nicht alle verblühten Pflanzenstängel zurückzuschneiden. Diese Stängel werden von einigen Bienenarten als Nist- oder Schlafplatz genutzt. So überwintern die Larven in den hohlen Stängeln und schlüpfen dann im Frühjahr.

Welche Blütenfarbe mögen Bienen am meisten?

Bienen lieben knallige Farben, wobei diese von den Bienen anders wahrgenommen werden als von uns. Rot sieht für Bienen beispielsweise Schwarz aus, da sie Farben über das UV-Licht wahrnehmen. Pflanzen wollen von Bienen wahrgenommen werden, daher gibt es diese riesige Farbpalette überhaupt.

So haben sich drei Farbkombinationen durchgesetzt. Gelb/Blau, Gelb/Violett und Orange/Blau, Grüne Blüten kommen überhaupt nicht vor, da sie sich nicht von dem pflanzlichen Hintergrund unterscheiden. Neben der Farbe spielt der Duft eine maßgebende Rolle. Kleine, blasse Pflanzen duften meist deutlich intensiver als die großen und grellen Pflanzen um auch sich aufmerksam zu machen.

Welche Gräser sind bienenfreundlich?

Um deinem Garten ein bisschen Abwechslung zu verleihen, kannst du wunderbar mit verschiedenen Gräsern arbeiten. Du kannst sie sowohl als Sichtschutz, oder als Ergänzung zu anderen Pflanzen nutzen. Gräser und Stauden gibt es in vielen verschiedenen Varianten.

Aber auch hier gilt, bevorzuge immer heimische Gräser. Diese sind nicht nur pflegeleichter, sie liefern auch die richtige Nahrung für Bienen (insbesondere Wildbienen fliegen gerne heimische Gräser an).

Auch einheimische Gräser sind eine gute Nahrungsquelle für Bienen. (Bildquelle: unsplash / Crystal Jo)

Gräser können schnell von der schönen Ergänzung zur dominierenden Pflanze in deinem Garten werden. Um dies zu verhindern oder wieder zu bekämpfen gibt es bienenfreundliche Varianten. Durch den Einsatz solcher biologischer Produkte, kannst du verhindern, dass dein Garten ein Grab für Bienen und andere Insekten wird.

Welche Kräuter sind bienenfreundlich?

Auch Kräuter erfreuen sich bei Bienen großer Beliebtheit, sie verströmen einen unwiderstehlichen Duft und sind überaus nahrhaft. Sie sind sehr pflegeleicht und wachsen problemlos an allen Orten. Frische Kräuter verfeinern jedes Gericht. Dabei ist es egal, welche Kräuter du anpflanzen möchtest, da sich alle Küchenkräuter (Thymian, Salbei, Rosmarin, Pfefferminze, …) wunderbar für Bienen eignen.

Damit die Kräuter auch für Bienen als Nahrungsquelle dienen können, solltest du darauf achten die Kräuter nur teilweise zu ernten. Die für Bienen interessanten Blüten können sich nur dann bilden. Darüber hinaus sind die meisten Kräuter winterfest, das heißt, du musst sie nicht jedes Jahr neu kaufen.

Fazit

Bienen sind einer der Gründe dafür, dass wir uns an einer so großen Artenvielfalt erfreuen können. In unserer modernen Welt, sind sie weiterhin für den Großteil unserer pflanzlichen Nahrung verantwortlich, sie sind die Basis der Landwirtschaft und der Motor unseres Ökosystems. Dennoch sind sie vom Aussterben bedroht.

Um dies zu verhindern, kann jeder von uns helfen. Jeder Balkon, jede Fensterbank und jeder Garten kann dazu beitragen diesen wichtigen Tieren genügend Lebensraum und Nahrung zu verschaffen. Die Auswahl an bienenfreundlichen Blumen, Gräsern und Kräutern ist fast grenzenlos.

Bildquelle: unsplash / Dmitry Grigoriev

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